Das Neujahrsfest in Kambodscha, Laos, Myanmar und Thailand

Das Neujahrsfest in Kambodscha, Laos, Myanmar und Thailand

Kambodscha, Laos, Myanmar und Thailand, so unterschiedlich Land und Leute, Sitten und Bräuche auch sind, eines haben sie gemeinsam: das Neujahrsfest. Das Fest wird nach der Ernte und vor Beginn der Regenzeit drei Tage lang vom 13/14.04 – 15/16.04 ausgiebig gefeiert. Auf dem Festland Südostasien wird getanzt, gesungen und es ist Nass! Überall wird man mit Wasser bespritzt, auch als Tourist wird man nicht verschont. Während des Festes wird man unweigerlich mit trockenen Klamotten das Hotel verlassen und klitschnass zurückkehren.

Aber warum spielt Wasser eine zentrale Rolle für das Neujahrsfest?

Wasser dient der symbolischen Reinigung. Man reinigt sich und das gesamte Haus mit Wasser, um alles Schlechte abzuwaschen und rein in das neue Jahr zu rutschen. Auch Buddha Statuen werden von Mönchen und Eltern sowie Großeltern werden von den Kindern gewaschen. So bitten die Kinder um Vergebung für alle schlechten Taten im Vorjahr.

Neben den Gemeinsamkeiten gibt es selbstverständlich auch einige Unterschiede. Jedes Land hat seine ganz eigenen Rituale. Wir möchten euch kurz vorstellen, wie das Neujahrsfest in den Ländern gefeiert wird.

Kambodscha

Choul Chnam Thmey wird das Neujahrsfest in Kambodscha genannt. Zu Beginn des Festes werden von den Menschen Kerzen in den Schreinen angezündet und Früchte als Opfer an die Ahnen bzw. Geister im Haus gegeben. Außerdem wird der eigene Körper sowie das gesamte Haus mit duftendem Wasser gereinigt.

Angkor Wat, Krong Siem Reap, Kamboscha

Am zweiten Tag ist es üblich, etwas Wohltätiges zu tun und die Familie zu besuchen. Am dritten Tag werden Buddha Statuen aber auch Eltern und Großeltern von Kindern gewaschen, dadurch sollen symbolisch die Untaten und anderes Unglück weggewaschen werden. 

Außerdem ist es eine Entschuldigung für alle Untaten im letzten Jahr, um so frei von Schuld ins neue Jahr zu rutschen.

 

 

Laos

Buddha, Wat Xieng Thong, Laos

Das Neujahrsfest in Laos heißt Pi Mai. Die Feierlichkeiten beginnen am letzten Tag des alten Jahres. An diesem Tag werden neben der traditionellen Reinigung mit Wasser die Tempel aufgesucht. Die Laoten beten gemeinsam in den Tempeln. Viele glauben, je mehr Tempel man aufsucht, desto mehr Glück hat man im neuen Jahr.

Auch in Laos bitten die Kinder am ersten Tag des neuen Jahres ihre Eltern und Großeltern um Vergebung für all den Ärger im vergangenen Jahr (das Ritual heißt “Baasii”).

 

Thailand

Songkran heißt das Neujahrsfest auf thailändisch. Das Fest wird auf den Straßen Bangkoks ausgiebig gefeiert und wird jedes Jahr mehr zu einem lustigen Spektakel für Touristen.

Thailand

Tag und Nacht wird mit Wasser gespritzt und die Gesichter mit Talkumpulver angemalt.

Aber nicht nur auf den Straßen werden die Menschen symbolisch gereinigt, sondern auch die Häuser und wie in Laos und Kambodscha werden auch Buddha Statuen mit duftendem Wasser gereinigt. Am Neujahrstag werden Früchte und anderen Speisen als Opfergaben in die Wats gebracht und die Familie wird besucht.

 

Myanmar

Myanmar feiert das Neujahr einen Tag später, am 17.04. Thingyan heißt das Neujahrsfest in Myanmar. Auch hier spielt Wasser eine wichtige Rolle. Während des Festes werden in den Städten große Festumzüge veranstaltet.

In allen Ländern ist zu beobachten, dass das Fest immer mehr Touristen anzieht und auf den Straßen werden riesige Partys mit lauter Musik gefeiert. Touristen, die sich während der Feierlichkeiten in Südostasien aufhalten müssen nicht nur damit rechnen nass zu werden, sondern auch mit überlaufenden Tempeln und in den großen Städten mit unruhigen Nächten und viel Gedrängel auf den Straßen.